13182 Hauptseminar

SoSe 13: Kolonialismus - Geschlechtergeschichtliche Perspektiven

Ulrike Schaper

Kommentar

Das Phänomen des Kolonialismus bietet eine Vielzahl von Ansatzpunkten für geschlechtergeschichtliche Analysen: So lässt sich zum Beispiel nach geschlechtlich konnotierten Imaginationen fragen, die sowohl den Topos der Eroberung selbst als auch die Räume und Bevölkerungen kolonisierter Gebiete betrafen. Konstruktionen eines kolonialen Anderen griffen oft auf geschlechtliche Konnotationen zurück und feminisierten die Männer der kolonisierten Bevölkerungen ebenso wie sie die Frauen exotisierten und sexualisierten. Zudem avancierte eine Geschlechterdifferenz, die der europäischen bürgerlichen Geschlechterordnung entsprach, zum Gradmesser von Zivilisiertheit. Die Kolonien boten zudem einen Raum, in dem auch die Geschlechterordnung der anwesenden europäischen Bevölkerung neu verhandelt wurde. Sie wurden als Räume konstruiert, in denen eine traditionelle Geschlechterordnung etabliert werden konnte. Männliche Abenteuerlust und Tatendrang waren hierfür ebenso zentrale Motive wie weibliche Häuslichkeit. Zugleich aber boten die Kolonien auch Frauen emanzipatives Potential und bedrohten Männlichkeit, wie in der angeblichen Gefahr der "Verkafferung" - eines Aufgehens in und Angleichens an die fremde Umgebung - deutlich wird. Geschlecht spielte auch für verschiedene Konfliktfelder kolonialer Politik eine Rolle - der Umgang mit Prostitution gehörte ebenso dazu wie die Bekämpfung von Geschlechtskrankheiten, die Eingriffe in Geschlechterbeziehungen innerhalb der kolonisierten Bevölkerung sowie die Regulierung sexueller Beziehungen zwischen Kolonisierten und Kolonisierenden mit den sich daran anschließenden Fragen des Erbrechts, der Staatsangehörigkeit und der Rechte und Pflichten der beteiligten Partner sowie ihrer Nachkommen. Im Seminar werden wir uns mit geschlechtergeschichtlichen Analysen zu unterschiedlichen kolonialen Kontexten beschäftigen. Das Seminar bietet so einen fokussierten Einblick in die Geschichte des Kolonialismus sowie in verschiedene Zugänge geschlechtergeschichtlicher Forschung. Ein Großteil der Seminarlektüre wird auf Englisch zu lesen sein. Die Zahl der Teilnehmenden ist auf 30 begrenzt Schließen

13 Termine

Regelmäßige Termine der Lehrveranstaltung

Mi, 10.04.2013 10:00 - 12:00

Dozenten:
Prof. Dr. Ulrike Schaper

Räume:
A 125 Übungsraum (Koserstr. 20)

Mi, 17.04.2013 10:00 - 12:00

Dozenten:
Prof. Dr. Ulrike Schaper

Mi, 24.04.2013 10:00 - 12:00

Dozenten:
Prof. Dr. Ulrike Schaper

Mi, 08.05.2013 10:00 - 12:00

Dozenten:
Prof. Dr. Ulrike Schaper

Mi, 15.05.2013 10:00 - 12:00

Dozenten:
Prof. Dr. Ulrike Schaper

Mi, 22.05.2013 10:00 - 12:00

Dozenten:
Prof. Dr. Ulrike Schaper

Mi, 29.05.2013 10:00 - 12:00

Dozenten:
Prof. Dr. Ulrike Schaper

Mi, 05.06.2013 10:00 - 12:00

Dozenten:
Prof. Dr. Ulrike Schaper

Mi, 12.06.2013 10:00 - 12:00

Dozenten:
Prof. Dr. Ulrike Schaper

Mi, 19.06.2013 10:00 - 12:00

Dozenten:
Prof. Dr. Ulrike Schaper

Mi, 26.06.2013 10:00 - 12:00

Dozenten:
Prof. Dr. Ulrike Schaper

Mi, 03.07.2013 10:00 - 12:00

Dozenten:
Prof. Dr. Ulrike Schaper

Mi, 10.07.2013 10:00 - 12:00

Dozenten:
Prof. Dr. Ulrike Schaper

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