13009 Vertiefungsseminar

SoSe 16: [Modulthema: Vorstellungswelt] Texte zur antiken Physiognomik: Mesopotamien, Griechenland und Rom

Gian Franco Chiai

Kommentar

Als Physiognomik (aus dem altgr. „physis“ Natur, Gestalt, und „gnome“ Erkenntnis) wird die Disziplin bezeichnet, die aus den äußeren Merkmalen des Körpers und besonders des Gesichtes die unsichtbaren Eigenschaften (Seele, Charakter, Temperament, Neigungen usw.) eines Menschen erschließt. Die frühesten Zeugnisse stammen aus Mesopotamien, wo die Physiognomik besonders im Bereich der Weissagung eine Anwendung findet. Die ältesten Traktate, die sich mit Physiognomik beschäftigen, lassen sich in die Alte Babylonische Periode (ca. 1800-1600 v. Chr.) datieren, als eine beachtliche Produktion von wissenschaftlichen und technischen Traktate anzutreffen ist. In Griechenland, wo der Ursprung der Physiognomik oft mit dem persischen Orient in Beziehung gebracht wird (Pythagoras, Hippokrates, Zopyros), sind Hinweise auf physiognomische Betrachtungen und Darstellungen des menschlichen Körpers sowohl in der Literatur als auch in der Kunst anzutreffen. Sowohl die bildlichen als auch die literarischen Darstellungen wichtiger historischer Gestalten – beispielsweise von Perikles, und Augustus – weisen sowohl „fiktionale“ als aus „realistische“ Züge auf. Die erste systematische Abhandlung physiognomischen Wissens geht auf Schüler des Aristoteles zurück. Diese diente als Grundlage für das physiognomische Revival der zweiten Sophistik, und insbesondere für das Traktat des Rhetors Polemon. Hinweise auf eine Verwendung dieses physiognomischen Wissens sind in der römischen Porträtkunst und Literatur seit der Zeit der Republik anzutreffen. Ziel des Seminars ist die vergleichende Untersuchung dieser Auffassungen sowie ihrer Ursprünge und Wandlungsprozesse. Zu diesem Zweck werden Zeugnisse aus Mesopotamien sowie Textauszüge griechischer und lateinischer Autoren näher betrachtet und im Hinblick auf historische Fragestellungen analytisch erläutert. Schließen

Literaturhinweise

R. Förster, Scriptores Physiognomici Graeci et Latini I-II, Leipzig 1893; F.R. Kraus, Die physiognomischen Omina der Babylonier, Leipzig 1935; F.R. Kraus, Ein Sittenkanon in Omenform, Zeitschrift für Assyriologie. 43 (1936), 77-113; E.C. Evans, Physiognomics in the Ancient World, Philadelphia, 1969; N.P. Heeßel, Babylonisch-assyrische Diagnostik, Münster 2000; B. Böck, Die babylonische-assyrische Morphoskopie, Berlin 2000; M. Popovic, Reading the Human Body : Physiognomics and Astrology in the Dead Sea Scrolls and Hellenistic-Early Roman Period Judaism, Leiden 2007; S. Swain (Hrsg.), Seeing the Face, Seeing the Soul. Polemon' s Physignomy from Classical Antiquity to Medieval Islam, Oxford 2007. Schließen

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