16216 Übung

SoSe 13: Apollonios Rhodios, Argonautika

Sandra Erker

Kommentar

Mit den Argonautika des Apollonios von Rhodos, der im Museion von Alexandria als Dichter und Philologe zur Zeit der ptolemäischen Herrschaft im 3. Jh. n. Chr. wirkte, besitzen wir das einzige griechische Epos zwischen Homer und der römischen Kaiserzeit, das uns vollständig überliefert ist. In vier Büchern bzw. 5835 Versen erzählt Apollonios die Geschichte der Argonautensage, nach der Iason aus Iolkos im Auftrag seines Onkels Pelias mit einer Schar ausgewählter Heroen aufbricht, um aus Kolchis das Goldene Vlies zu erbeuten. Im Zentrum des dritten Buches steht dabei die Liebe zwischen Iason und der kolchischen Königstochter Medea, deren Darstellung einen beachtlichen Einfluss auf die römische Dichtung ausübte (vgl. z.B. Vergils Aeneis und Catulls Carmen 64) und die in der Forschung aufgrund ihrer eindrücklichen Charakterisierung der leidenschaftlichen Medea häufig als psychologisches Glanzstück bewundert wurde. Durch Imitation, Allusion und Umgestaltung sprachlicher, bildhafter und narrativer Elemente aus der literarischen Tradition scheinen sich die Argonautika darüber hinaus in einem eigentümlichen Spannungsfeld zwischen Bewahrung und Erneuerung, Tradition und Innovation zu bewegen. Dass Apollonios mit dieser literarischen Umsetzung der Argonautensage nicht ausschließlich als Bewahrer der epischen Tradition angesehen werden kann, der sich mit einem Rückgriff auf das traditionelle Epos von dem Stilideal seines Lehrers Kallimachos abgewendet habe, ist darum wohl zu Recht in der neueren Forschung korrigierend herausgearbeitet worden. Wie aber dieser produktive Umgang mit den poetischen Vorbildern, wie das Verhältnis der Argonautika zu den Epen Homers und zum Stilideal des Kallimachos genau zu beurteilen ist und ob dem Argonautenepos des Apollonios ein bestimmtes programmatisches Dichtungsverständnis zugrunde liegt, bleiben weiterhin wichtige Fragen, die uns u.a. in der Übung beschäftigen werden. Zur Einführung in diesen Fragenkomplex beginnen wir mit ausgewählten Passagen aus dem Corpus des Kallimachos, die für die Beurteilung des kallimacheischen Dichtungsverständnisses von Bedeutung sind, um uns danach der Lektüre der Argonautika selbst zuzuwenden, bei der an entsprechenden Stellen jeweils ein vergleichender Blick auf literarische Vorbilder geworfen wird. Den genauen Semester- und Lektüreplan sowie weiterführende Literaturhinweise erhalten Sie in der ersten Sitzung.Voraussetzung für einen Leistungsnachweis sind regelmäßige und aktive Teilnahme sowie Bestehen der Abschlussklausur. Vorbereitung zur ersten Sitzung Bitte verschaffen Sie sich bereits vor Semesterbeginn (ggf. anhand einer deutschen Übersetzung, s. Literaturhinweise unten) einen inhaltlichen Überblick über die Argonautika des Apollonios. Allgemeine Literaturhinweise Textkritische Ausgaben: H. Fränkel, Apollonii Rhodii Argonautica rec. brevique adnotatione critica instruxit, Oxford 1961; F. Vian und E. Delage, Apollonios de Rhodes. Argonautiques, Tome I: Chants I-II, Tome II: Chant III, Tome III: Chant IV, Texte établi et commenté par F.V. et traduit par E. D., Paris 1974/1980/1981; G. Pompella, Apollonii Rhodii rec. Giuseppe Pompella, Hildesheim 2006. Hilfreiche Kommentare: M. Campbell, A Commentary on Apollonios Rhodius Argonautica III, Leiden 1994; H. Fränkel, Noten zu den Argonautika des Apollonios, München 1968; P. Green, The Argonautika by Apollonios Rhodios, transl., with introd. comm. and glossary, London 1997; R.L. Hunter, Apollonius Of Rhodes, Argonautica, Book III, Cambridge 1989. Übersetzungen: P. Dräger (Hg.), Die Fahrt der Argonauten, gr./dt., Stuttgart 2002; R. Glei, S. Natzel-Glei (Hgg.), Apollonios von Rhodos. Das Argonautenepos, 2 Bde., hg., übers. und erl. von R. Glei und S. Natzel-Glei, Darmstadt 1996. Zur allgemeinen Einführung empfohlen: R. Hunter, The Argonautica of Apollonius. Literary Studies, Cambridge 1993; Chr. Pietsch, Die Argonautika des Apollonios von Rhodos. Untersuchungen zum Problem der einheitlichen Konzeption des Inhalts, (Hermes, Einzelschriften, Bd. 80), Stuttgart 1999; G. Radke, Die Kindheit des Mythos. Die Erfindung der Literaturgeschichte in der Antike, München 2007. Schließen

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